26. Juli 2017

Malvenzeit



Zart leuchtend bieten die Malvenblüten einen guten Kontrast zum blauen Himmel und der grünen Gräserlandschaft.

Zur Blütezeit, etwa Ende Juni, erscheinen auch die ersten Malven-Langhornbienen. 
(Die erste gesichtete männliche Langhornbiene war 2016 am 28.6.)


Hier ein Archivbild,
es zeigt eine männliche
Malven-Langhornbiene,
die männl. Bienen
warten in den
Blütenkelchen auf 
die Weibchen,
die erst ein paar 
Tage später,
aus der Erde schlüpfen.
Bei den männl. Bienen
 sind die Hörner 
besonders lange 
ausgeprägt, dieser
Eigenheit verdankt 
die Art ihren Namen.
(Archivbild, weil ich zu dieser Zeit 
noch in der Reha war) 

Alle nachfolgenden Fotos zeigen weibliche Malven-Langhornbienen bei der Arbeit...


...denn nur diese sammeln Blütenpollen.
Die Aufgabe der Männchen 
ist mit der Befruchtung erfüllt.
Gesammelt werden ausschliesslich nur die Pollen der Rosenmalve "Malva alcea".
Weil es hier im Naturschutzgebiet, so weit ich das beurteilen kann, nur diese Malvenart gibt.
 Die wilde Rosenmalve ist rar geworden.
 
In dem Standardwerk von Paul Westrich (Die Wildbienen Baden Württembergs, Teil 1, Allgemeiner Teil) werden in dem Kapitel 5.9 Liste der Pollenquellen, als dokumentierte Pollenquellen neben der Rosen-Malve auch die Moschus-Malve, die Gänse-Malve, die Wilde Malve und die Strauchpappel aufgeführt
 (die Angaben basieren auf Pollenanalysen).
Diese Liste muß nach Mitteilung von Josef Bülles (Merdingen) noch um die Lavatera mauritanica  (Nordafrika) erweitert werden.
Diese Art wird seit Jahren Samenmischungen (Wildblumen, Bienenmischungen, etc.) beigegeben und hat im Bereich Tuniberg/Kaiserstuhl die einheimischen Malvenarten z.T. zurückgedrängt. Selbst bei ausreichendem bis sehr gutem Bestand an Rosen- und Moschusmalve wird die mauritanica sehr gerne zum Pollensammeln besucht. Das gibt Hoffnung, daß die MLB auch in anderen Gebieten den Sprung auf eine neue Malvenart schaffen kann und damit der Pollenengpaß etwas verringert wird.
Anmerkung: Ein FFH-Naturschutzgebiet Natura 2000, zu dem auch die Griesheimer Düne zählt,  steht unter Europäischem Recht, es ist hier undenkbar irgendwelche Samenmischungen auszubringen! So wie sie ist, soll die Natur erhalten bleiben.
 

Es ist zu hoffen, das überall da wo ausreichend Rosenmalven in der Natur zu finden sind, auch die seltenen Langhornbienen heimisch sind?
In Deutschland sind 4 Gebiete bekannt, hier ist die Griesheimer Düne...
 (...und auch auf anderen kleineren, Naturschutz-Flächen 
in der Umgebung)
Das Naturschutzgebiet Windsberg bei Freinhausen/Bayern...

Der Kaiserstuhl in Baden...
... und der Naturpark Kyffhäuser in Thüringen. 

Diese Bienen leben nur etwa 2 Monate. 

Im vorigen Jahr begegnete mir die letzte Langhornbiene der Saison am 31. August!
Das war sehr spät.
Bis zu diesem Zeitpunkt ist bereits für den Nachwuchs im kommenden Jahr gesorgt worden. Die fleißigen Bienen haben dazu lange Brutröhren in der Erde angelegt, in diesen ruhen die Eier, aus denen später die Larven schlüpfen werden. Jedes Ei besitzt eine eigene Kammer mit dem dazugehörigen Pollenproviant. In der Röhre reiht sich gegen Ende des Brutgeschäft´s Zelle an Zelle. Wenn der Pollenkuchen verbraucht ist, spinnen sich die Larven in einen Kokon ein.
Den Winter verbringen sie in einer Ruhepause.
Erst 3-4 Wochen vor dem Schlupf, entwickelt sich aus der sogenannten Vorpuppe das fertige Insekt.
Die Eltern lernen ihren Nachwuchs nie kennen und umgekehrt.
Trotzdem wissen diese cleveren Tierchen ganz genau was zu tun ist!

Noch mehr Fotos von den Malven und ihren Bienen (aus den vergangen Jahren), gibt es "Hier/Klick"

Heute war der 7. Juli 2017

Es ließ sich zwischen den Malven auch eine kleine Heuschrecke finden...
 ...und eine Karden-Sonneneule!



Der Beitrag ist verlinkt:
http://jahreszeitenbriefe.blogspot.de/2017/07/der-natur-donnerstag-78-12.htmlhttp://casa-nova-tenerife.blogspot.de/2017/07/zitat-im-bild-156.html


 

Kommentare:

  1. Oh wie schön liebe Heidi...fantastische Aufnahmen bei der man diese fleissige Arbeit so gut sehen kann. Wie schwer die doch schuften wenn man bedenkt wie kurz ihr Leben doch ist. Emsig versuchen sie alles und die Menschen zerstören ihren Lebensraum leider immer noch. Es müssten viel mehr Auflagen geschaffen werden, vor allem für Gemeinden die alles zupflastern. Jeder Ort mit einer grossen natürlichen Wiese und schon wäre ein kleiner Beitrag gemacht.

    Toll auch die Aufnahme von Flip und das ZiB. Darüber habe ich mich auch wieder sehr gefreut und danke dir vielmals dafür.

    Liebe Grüssle

    N☼va

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  2. Liebe Heidi,
    danke für diese wudnerschönen Bilder! Ich mag Malven sehr, und die Langhorn-Malvenbiene mag ich auch ( auch, wenn ich sie heute zum ersten Mal gesehen habe, sie gefällt mir so gut! )
    Schön ist auch der Flip ( der Grashüpfer ) und die Karden-Sonneneule! Ein wunderhübscher Falter!
    Hab einen schönen und zufriedenen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße,Claudia ♥

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  3. Liebe Heidi,
    die wilden Malven stehen hier in der Gegend und und in der Fränkischen Schweiz noch oft auf der Wiese. Ich habe aber auch im Garten dieses Jahr eine 'kleine Malvenzucht', weil ich sie so mag. Der Malven-Dickkopffalter hatte sich schon zu Besuch eingefunden. Dann muss ich mal nach der Langhornbiene Ausschau halten...:-)
    LG Sigrun

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  4. Wow! Das ist aber beeindruckend, liebe Heidi! Ich war gestern auf der Schwanheimer Düne unterwegs, aber das Wetter war nicht berühmt. Es hat immer wieder geregnet. Da flog nicht viel. Bei der Wildblütenpracht müsste es normalerweise reichlich Insekten geben. Na, vielleicht wird es ja die nächsten Tage noch mal was.
    Liebe Grüße
    Elke
    __________________
    mainzauber.de

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  5. Liebe Heidi,
    wie schön, dass du wieder da bist!!!!
    Welch wunderschöner Post das wieder ist, ich bin völlig fasziniert und begeistert!!!
    Malvenzeit, welch schöne Zeit und Blüten!
    Vielen herzlichen Dank für diesen wundervollen Genuss!
    Ich freue mich dich wieder besuchen zu können :)
    Alles Liebe dir und alles Gute!
    Sei beschützt!
    Herzliche Grüße
    von
    Monika*

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  6. liebe heidi, du hast wirklich faszinierende bilder gemacht! vielen dank für die vielen informationen. ich kenne leider nicht die unterschiede zwischen den verschiedenen malvenarten. im ösel hatte ich keine entdeckt, aber gestern, in einem magerrasengebiet am harzrand standen einige. leider weiß ich nicht, ob es rosenmalven waren. ich zeige demnächst bestimmt einmal fotos.
    liebe grüße
    mano

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  7. Leider gehört die Eifel mit ihrem Nationalpark nicht zu den Orten mit Rosenmalven. Bislang hatte ich in den Samentüten auch nur Becher-, Moschus- und Trichtermalven. Aber ich werde versuchen für nächsten Sommer entsprechendes Saatgut zu bestellen. Interessant wird es dann wer zu Besuch kommt.
    Ich danke dir für diesen sehr interessanten Post und die vielen schönen Bilder darin.

    Liebe Wochenendgrüße
    Arti

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  8. Ich kann mich noch genau an deinen früheren Malvenpost erinnern, so schöne zarte Blumen, und dann in solchen Mengen, das ist einfach großartig. Schön, dass du immer wieder dort bist, auf deiner Düne... Lieben Gruß Ghislana

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