20. Juli 2015

Einladung!



Wer hat Lust auf eine fachkundige Dünenführung?
Der darf sich uns gerne anschließen... 




Der Herr vom Landschaftspflegehof 
hat sich bereit erklärt voran zu gehen.

Es ist Samstag-Abend,
ringsumher ziehen einige Regen- und Gewitter-Parzellen ihre Kreise.
Keine Angst, nass werden wir nicht werden ...





 Dieses Sandgebiet 
(neben Rotböhl, bei Gräfenhausen und der Seeheimer Düne und noch anderen in der nördlichen Oberrheinebene -
siehe oben in der Kopfleiste unter Lebensräume)
entstand vor etwa 10.000 Jahren, zum Ende der letzten Eiszeit.
 



 Heute zählt dieses Gebiet zu den gefährdetsten 
Binnendünen-Biotopen der nördlichen Oberrhein-Ebene.
Früher gehörte es einem viel größeren zusammenhängenden Sanddünen-Areal an.




Im letzten Jahr waren hier ganz viele Königskerzen zu finden, 
wo sind sie jetzt? (Klick)
Jedes Jahr ein anderes Landschaftsbild, 
je nach Witterungseinflüssen, die Pflanzen sind trotzdem nicht verschwunden, 
sie ruhen nur - beruhigt uns der Fachmann!




 Kalkhaltige Flugsand-Ablagerungen formten einst die Landschaft.




Dieses extreme Sand-Ökosystem ist charakterisiert 
durch  Trockenheit, Wärme und Nährstoffarmut.


                                                                                  Mäusegerste... (Hordeum murinum)




Um diese Flächen dauerhaft zu erhalten, 
findet eine angepasste Nutzung durch Esel und Schafe statt.
(Zweimal im Jahr grasen die Schafe die Flächen ab, nie das ganze Areal auf einmal, 
die Esel sind das ganze Jahr vor Ort, das abgesteckte Gebiet wechselt)


                                                                                 ...Rentier-Flechte, (Cladonia portentosa)




Das Biotop "Griesheimer Düne" 
ist aber auch durch menschliche Einflüsse stark gefärdet...




So findet sich beispielsweise auf einem Spargel- 
oder anderweitig genutzten Feld keine Vielfalt mehr! 
Ja, in dieser angepflanzten Flora ist das Leben tot!




Beispiel: 
Hast du die gut getarnte "Blauflügelige Ödlandschrecke" entdeckt? 
Auf genutzter Ackerfläche ist sie nicht zu finden!



                                                                                    (Stipa capillata)

Das ist das legendäre und bedrohte "Haar-Pfriemengras."
Es wächst auf dem Griesheimer Sand in ausserordentlichen Mengen!




In diesem Jahr aber nicht so reichlich als wie in feuchteren Niederschlagsperioden.

Hier mit "Heide-Schnirkelschnecke!"
Einen Hinweis im WEB fand ich nur unter:
(Xerolenta obvia)

Je heißer der Sandboden sich aufwärmt, 
um so höher kriechen die Schnecken die Halme empor!





Spärlich anzusehen ist momentan auch das Blauschillergras,
 es ist zur Zeit deutschlandweit, stark gefährdet eingestuft (Rote Liste 2).
Ein Landschaftsschutzgebiet dieser Art, 
wäre ohne (Koeleria glauca) undenkbar, ja, mehr noch,
 es wäre als solches nicht ausgewiesen!


                                                                        Engelhaar (wenn ich mir das richtig gemerkt habe)



Nur wenige Exemplare (unter 20 Stck) gibt es hier vom "Kugelköpfigen-Lauch."
(Allium sphaerocephalon)




Das ist Hügel-Meister oder auch Hügel-Meier genannt.
(Asperula cynanchica)



                  Sand-Wegerich, (Plantago arenaria, Syn.: Psyllium arenarium (Waldst. & Kit.) Mirb.)

 


So sieht eine Italienische Schönschrecke aus.
(Calliptamus italicus)




 Bist du schon einmal einem kleinen "Sandstrohblumeneulchen" begegnet? 
Es gilt als stark gefährdet, ist ungewöhnlich klein und flink
und nicht einfach zu fotografieren!

Sehr schöne Fotos findest du unter:
Eublemma minutata (Fabricius, 1794)




                                                            Blick in nördliche Richtung



Für Nahaufnahmen, ist das abnehmende Tageslicht nicht gut geeignet.

Trotzdem gibt es zum Abschluss der mehr als zweistündigen Dünenbegehung noch ein kleines Highlight:

Die "Sand-Radmelde!"

(Mit Erlaubnis darf und werde ich sie noch einmal 
bei besseren Lichtverhältnissen fotografieren)




 
(Bassia laniflora)

Es gibt sie europaweit nur in diesem Gebiet!

Wen wundert es da noch, 
das wegen des besonderen Artenreichtums der Sandstandorte 
(des Landkreises Darmstadt/Dieburg) 
diesem Naturschutzgebiet eine überregionale 
und sogar europaweite Bedeutung zukommt?

Die Sand-Radmelde steht auf der Roten Liste.





Hat dir die Dünenführung gefallen?



Das ZDF war auch da.

Heute war der 18. Juli 2015 

Kommentare:

  1. Susi,
    schön, dass du auf diese Wanderung aufmerksam gemacht hast. Ich bin - wenn auch viel langsamer - gern gefolgt.
    Tolle Fotos und super Erklärungen.
    Liebe Grüße
    Irmi

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Heidi,

    ich war gerne mit dabei und fand es so interessant was wir alles erfahren haben. Gell, im August gehen wir dann noch einmal zusammen, wir müssen doch das Weinhähnchen hören :-)))

    Liebe Grüße
    Kerstin

    AntwortenLöschen