25. Juli 2015

Nachschauen angesagt...





Die Abendstimmung in der Düne ist wunderschön, 
aber für manche Fotoeinstellungen nicht unbedingt geeigenet.

Hinzu kommt, viele Insekten sind nicht mehr anzutreffen.

 Deshalb gibt es heute einen Spaziergang am hellen Vormittag!






Ein ungenutztes Ackerfeld voll mit Wildblumen!
Die Blüten werden emsig von vielen fliegenden Insekten besucht. 





Bei der Beregnung eines Spargelfeldes, 
ist auch der Feldweg nass geworden!




Das eine Weizenfeld ist abgeernet (im Hintergrund), 
ein anderes reift noch vor sich hin...



                                                                                         Rispen-Flocken-Blumen


Im Naturschutzgebiet angekommen, 
werden wir heute einmal ganz genau, 
die Malvenblüten unter die Lupe nehmen!

 Das sind Rosenmalven...
 



Unser fachkundiger Dünenführer, 
der Herr vom Landschaftspflegehof ...





...gab doch vorige Woche schon den Tip,
das diese Blüten...




...von einer ganz seltenen Bienenart besucht werden!





 Ihr Name lautet:

 Malven-Langhornbiene 

(Eucera macroglossa)

 

 



Ihre "Langhorn-Fühler" sind gut zu erkennen!

Hier "Klick" ,
kann man wirklich interessante Dinge über diese Bienenart 
in Erfahrung bringen,
es gibt sie an nur drei Standorten in Deutschland!

 Die oben gezeigten Exemplare müssen weiblich sein, 
denn sie waren sehr emsig und flink bei der Arbeit...





Dieses Bienchen dagegen saß unbeweglich im Kelch!
 Wahrscheinlich handelt es sich hier um die männliche Langhornbiene.
Das Foto ist vom 25.6.2015, nur mal so zum Vergleich!





Diese Malve blüht in Bodennähe.
Ich behaupte jetzt einfach - wahrscheinlich eine andere Art!




Ein "Maulbeerbaum!" 





 Ist das hier etwa eine andere Bienenart...






...denn ich kann die langen Fühler nicht sehen?





 Im oberen Foto aber doch, glaube ich?

 Oder sind sie, wie im unteren Bild, nur waagerecht nach vorne gerichtet?
Egal, ich finde die Fotos sind trotzdem sehenswert...





 Befindest du dich jetzt im pinkfarbenen Malvenrausch?
Es wäre möglich!




Die seltene Sand-Radmelde ist europaweit,
 nur in diesem Gebiet anzutreffen!
(wie schon im letzten Beitrag berichtet) 

(Bassia laniflora) 




Unbedingt, wollte ich diese vom Aussterben bedohte Pflanze 
auch einmal blühend/fruchttragend fotografieren!




Einige Rispen sind von rötlicher Farbe...




Aber es gibt auch grüne Rispen.




Jeden Tag sterben auf unserer Erde, laut Artenschutz/Info
viele Tier- und Pflanzenarten aus.

Wäre die Welt nicht ärmer, 
wenn auch diese Sand-Radmelde unwiederbringlich verloren ginge?

Artenvielfalt ist ein wertvolles Gut!





Per Zufall habe ich noch diese Beobachtung fotografieren dürfen!






 Erst nachdem ich den Sucher auf die goße Kreiselwespe gerichtet hatte...





... konnte ich auch ihre enorm große Beute entdecken! 




Alles ging superschnell... 





Das arme Opfer (hier im Bild) hat noch mit den Beinen gezuckt!





 Aufgenommen mit der "Cyber-shot" von Sony,
das ist eine Reisekamera!
Im Nachhinein bearbeite ich die Fotos mit dem Photo-Scape-Programm.
Für den Blog reicht das vollkommen aus.
Sind die Fotos zu hochwertig, dann werden sie doch nur geklaut, oder?




Zu entdecken gab es noch ein paar Heide-Schnirkel-Schnecken,
diese Schnecken flüchten in die Höhe, 
wenn der Sandboden zu heiß wird! 





Und die "Feuerwanzen" waren in Malvennähe zu finden.




Das ist eine Feuerwanzen-Nymphe (noch nicht ausgewachsen).




 Ja, heute dauerte der Spaziergang ein wenig länger...





Noch zwei Fotos:




Eine wirklich tolle Aufnahme von der Sand-Strohblume...




Und ein Mager-Wiesen-Foto mit dem "Raukenblättrigen Greiskraut."
Heute war der 23. Juli 2015




          Kleiner Nachschlag:


 Ein Zünsler! 
Der Winzling ernährt sich von Wurzeln, Gräsern,  Moosen und Kräutern, aber auch von Hornklee, Sonnenröschen und vielleicht auch Sand-Strohblumen, denn dort habe ich ihn gefunden?

20. Juli 2015

Einladung!



Wer hat Lust auf eine fachkundige Dünenführung?
Der darf sich uns gerne anschließen... 




Der Herr vom Landschaftspflegehof 
hat sich bereit erklärt voran zu gehen.

Es ist Samstag-Abend,
ringsumher ziehen einige Regen- und Gewitter-Parzellen ihre Kreise.
Keine Angst, nass werden wir nicht werden ...





 Dieses Sandgebiet 
(neben Rotböhl, bei Gräfenhausen und der Seeheimer Düne und noch anderen in der nördlichen Oberrheinebene -
siehe oben in der Kopfleiste unter Lebensräume)
entstand vor etwa 10.000 Jahren, zum Ende der letzten Eiszeit.
 



 Heute zählt dieses Gebiet zu den gefährdetsten 
Binnendünen-Biotopen der nördlichen Oberrhein-Ebene.
Früher gehörte es einem viel größeren zusammenhängenden Sanddünen-Areal an.




Im letzten Jahr waren hier ganz viele Königskerzen zu finden, 
wo sind sie jetzt? (Klick)
Jedes Jahr ein anderes Landschaftsbild, 
je nach Witterungseinflüssen, die Pflanzen sind trotzdem nicht verschwunden, 
sie ruhen nur - beruhigt uns der Fachmann!




 Kalkhaltige Flugsand-Ablagerungen formten einst die Landschaft.




Dieses extreme Sand-Ökosystem ist charakterisiert 
durch  Trockenheit, Wärme und Nährstoffarmut.


                                                                                  Mäusegerste... (Hordeum murinum)




Um diese Flächen dauerhaft zu erhalten, 
findet eine angepasste Nutzung durch Esel und Schafe statt.
(Zweimal im Jahr grasen die Schafe die Flächen ab, nie das ganze Areal auf einmal, 
die Esel sind das ganze Jahr vor Ort, das abgesteckte Gebiet wechselt)


                                                                                 ...Rentier-Flechte, (Cladonia portentosa)




Das Biotop "Griesheimer Düne" 
ist aber auch durch menschliche Einflüsse stark gefärdet...




So findet sich beispielsweise auf einem Spargel- 
oder anderweitig genutzten Feld keine Vielfalt mehr! 
Ja, in dieser angepflanzten Flora ist das Leben tot!




Beispiel: 
Hast du die gut getarnte "Blauflügelige Ödlandschrecke" entdeckt? 
Auf genutzter Ackerfläche ist sie nicht zu finden!



                                                                                    (Stipa capillata)

Das ist das legendäre und bedrohte "Haar-Pfriemengras."
Es wächst auf dem Griesheimer Sand in ausserordentlichen Mengen!




In diesem Jahr aber nicht so reichlich als wie in feuchteren Niederschlagsperioden.

Hier mit "Heide-Schnirkelschnecke!"
Einen Hinweis im WEB fand ich nur unter:
(Xerolenta obvia)

Je heißer der Sandboden sich aufwärmt, 
um so höher kriechen die Schnecken die Halme empor!





Spärlich anzusehen ist momentan auch das Blauschillergras,
 es ist zur Zeit deutschlandweit, stark gefährdet eingestuft (Rote Liste 2).
Ein Landschaftsschutzgebiet dieser Art, 
wäre ohne (Koeleria glauca) undenkbar, ja, mehr noch,
 es wäre als solches nicht ausgewiesen!


                                                                        Engelhaar (wenn ich mir das richtig gemerkt habe)



Nur wenige Exemplare (unter 20 Stck) gibt es hier vom "Kugelköpfigen-Lauch."
(Allium sphaerocephalon)




Das ist Hügel-Meister oder auch Hügel-Meier genannt.
(Asperula cynanchica)



                  Sand-Wegerich, (Plantago arenaria, Syn.: Psyllium arenarium (Waldst. & Kit.) Mirb.)

 


So sieht eine Italienische Schönschrecke aus.
(Calliptamus italicus)




 Bist du schon einmal einem kleinen "Sandstrohblumeneulchen" begegnet? 
Es gilt als stark gefährdet, ist ungewöhnlich klein und flink
und nicht einfach zu fotografieren!

Sehr schöne Fotos findest du unter:
Eublemma minutata (Fabricius, 1794)




                                                            Blick in nördliche Richtung



Für Nahaufnahmen, ist das abnehmende Tageslicht nicht gut geeignet.

Trotzdem gibt es zum Abschluss der mehr als zweistündigen Dünenbegehung noch ein kleines Highlight:

Die "Sand-Radmelde!"

(Mit Erlaubnis darf und werde ich sie noch einmal 
bei besseren Lichtverhältnissen fotografieren)




 
(Bassia laniflora)

Es gibt sie europaweit nur in diesem Gebiet!

Wen wundert es da noch, 
das wegen des besonderen Artenreichtums der Sandstandorte 
(des Landkreises Darmstadt/Dieburg) 
diesem Naturschutzgebiet eine überregionale 
und sogar europaweite Bedeutung zukommt?

Die Sand-Radmelde steht auf der Roten Liste.





Hat dir die Dünenführung gefallen?



Das ZDF war auch da.

Heute war der 18. Juli 2015